Fokussierte Stoßwellentherapie: Wann sie bei Fersen- und Sehnenschmerzen sinnvoll ist
Von Dr. Patrik Shnawa, Facharzt für Orthopädie und Traumatologie · 6. Oktober 2026
Die ersten Schritte am Morgen schmerzen unter der Ferse. Oder eine Sehnenbeschwerde schränkt seit Monaten Arbeit, Sport und Alltag ein. Wenn ein passender Behandlungsplan bisher nicht ausreichend geholfen hat, stellt sich die Frage: Kann Stoßwellentherapie ein sinnvoller nächster Schritt sein?
Bei ausgewählten Beschwerden kann sie eine zusätzliche Möglichkeit sein. Entscheidend sind die Ursache der Schmerzen, die bisherigen Maßnahmen und ein realistisches Ziel. In meiner Wahlarztordination in Wien-Simmering biete ich fokussierte Stoßwellentherapie an. Hier erfahren Sie, wie ich die Behandlung einordne, was dabei passiert und welche Kosten vor Beginn besprochen werden.
Was ist Stoßwellentherapie?
Bei der extrakorporalen Stoßwellentherapie, kurz ESWT, werden kurze akustische Impulse von außen in das Gewebe übertragen. Der Behandlungskopf liegt mit Kontaktgel auf der Haut; ein Hautschnitt ist nicht erforderlich. Das Verfahren soll Schmerzen und Funktion bei bestimmten Beschwerden verbessern. Wie stark jemand davon profitiert, ist unterschiedlich.[1]
Wichtig für die Entscheidung ist deshalb eine konkrete Frage: Welche Beschwerden sollen sich verbessern? Für Sie kann das bedeuten, morgens leichter loszugehen, länger stehen zu können oder eine bisher schmerzhafte Tätigkeit wieder besser auszuführen. Diese persönlichen Ziele helfen, den Verlauf sinnvoll zu beurteilen.
Fokussierte Stoßwelle und radiale Druckwelle: der Unterschied
Bei der fokussierten Stoßwelle wird Energie in einem definierten Zielbereich gebündelt. Radiale Druckwellen haben ihre höchste Intensität nahe am Behandlungskopf und breiten sich von dort aus. Die Verfahren unterscheiden sich technisch. Daraus lässt sich keine pauschale Überlegenheit für jede Diagnose ableiten.[1]
In meiner Ordination kommt fokussierte Stoßwelle zum Einsatz. Ob diese Behandlung zu Ihren Beschwerden passt, klären wir anhand der Untersuchung und des bisherigen Verlaufs. Den lokalen Ablauf finden Sie auch auf der Seite Stoßwellentherapie in Wien-Simmering.
Bei welchen Beschwerden kann sie sinnvoll sein?
Anhaltender Schmerz unter der Ferse
Ein besonders relevanter Einsatzbereich ist die plantare Fasziopathie, häufig Plantarfasziitis genannt. Gemeint sind Beschwerden der Gewebestruktur an der Fußsohle. Typisch kann Schmerz unter der Ferse beim Losgehen sein. Die Diagnose sollte ärztlich eingeordnet werden.
Die niederländische Fachleitlinie von 2026 empfiehlt, Stoßwelle als Ergänzung zu erwägen, wenn mindestens zwölf Wochen angemessene Aufklärung und Übungstherapie keine ausreichende Besserung gebracht haben. Sie betont, dass Übungen weiter dazugehören. Das ist eine bedingte Empfehlung; die Sicherheit der Nachweise unterscheidet sich je nach untersuchtem Ergebnis.[2]
Auch eine kontrollierte Studie mit fokussierter Stoßwelle bei chronischer Plantarfasziitis zeigte bessere Ergebnisse für Schmerz und Funktion als eine Scheinbehandlung. Beurteilt wurde der Verlauf zwölf Wochen nach der letzten Sitzung. Das unterstützt einen möglichen Nutzen bei passend ausgewählten Patienten, liefert aber keine persönliche Erfolgsgarantie.[3]
Für das Gespräch ist hilfreich: Seit wann schmerzt die Ferse? Was wurde bereits ausprobiert, wie regelmäßig und über welchen Zeitraum? Bringen Sie vorhandene Befunde und Informationen zu bisherigen Übungen mit.
Tennisellenbogen und andere Sehnenbeschwerden
Stoßwelle wird auch bei bestimmten länger bestehenden Sehnenbeschwerden, etwa am äußeren Ellenbogen, eingesetzt. Die Befunde und die jeweilige Studienlage müssen dabei getrennt beurteilt werden. Gute Ergebnisse bei Fersenbeschwerden gelten nicht automatisch für jedes andere Körpergebiet.[1, 4]
Ein Beispiel ist die Achillessehne: Eine Studie von 2025 untersuchte radiale Stoßwelle bei Beschwerden am Sehnenansatz. Zusätzlich zu Übungen und Aufklärung ergab sich gegenüber Scheinbehandlung kein zusätzlicher Nutzen nach sechs oder zwölf Wochen. Dieses Ergebnis betrifft ein bestimmtes Verfahren und eine bestimmte Diagnose; es ist kein pauschales Urteil über fokussierte Stoßwelle.[5]
Meine Empfehlung orientiert sich deshalb an Ihrer Diagnose. Mehr über die Einordnung ohne Operation finden Sie unter konservative Orthopädie.
Wie läuft die Behandlung ab?
In meiner Ordination steht zuerst die ärztliche Abklärung. Ich bespreche mit Ihnen den Verlauf, untersuche die schmerzhafte Region und berücksichtige bisherige Behandlungen. Falls zusätzliche Bildgebung erforderlich ist, wird sie veranlasst.
Danach besprechen wir, ob fokussierte Stoßwelle sinnvoll erscheint, welches Ziel wir verfolgen und welchen Leistungsumfang wir vereinbaren. Die technischen Einstellungen und das Vorgehen richten sich nach dem Befund; es gibt kein für alle Erkrankungen identisches Behandlungsprotokoll. Auch ein internationales Expertenpapier von 2025 beschreibt Unterschiede zwischen den verwendeten Protokollen.[4]
Während der Anwendung werden die Impulse über den Behandlungskopf abgegeben. Teilen Sie mit, wie Sie die Behandlung empfinden. Zum Plan gehört außerdem, wie Sie mit Arbeit, Sport und Übungen umgehen und wann wir den Verlauf beurteilen.
Wann kann ich eine Besserung erwarten?
Stoßwelle sollte nicht allein danach beurteilt werden, wie sich die schmerzhafte Stelle unmittelbar nach einer Sitzung anfühlt. In Studien wird die Entwicklung über mehrere Wochen untersucht. Für chronische Fersenbeschwerden gibt es beispielsweise Ergebnisse nach zwölf Wochen.[2, 3]
Im Verlaufsgespräch interessieren mich neben dem Schmerz auch Ihre Alltagsziele: Geht das Losgehen leichter? Ist längeres Stehen wieder möglich? Welche Belastung bleibt schwierig? So beurteilen wir gemeinsam, ob die Behandlung für Sie einen spürbaren Nutzen hat.
Schmerzfreiheit nach drei Anwendungen lässt sich nicht versprechen. Bei fehlender Besserung gehört eine erneute Einordnung zum weiteren Vorgehen.
Übungen und Belastungssteuerung bleiben wichtig
Bei anhaltendem plantarem Fersenschmerz ergänzt Stoßwelle die Behandlung mit Aufklärung und Übungen. Sie ersetzt diese Bestandteile nicht.[2]
Besprechen Sie deshalb auch Ihren Alltag: viel Stehen im Beruf, Lauftraining, ungewohnte Belastungen und die bisherigen Übungen. Daraus lässt sich ein umsetzbarer Plan entwickeln. Ich möchte, dass Sie nach dem Termin wissen, welche nächsten Schritte für Sie vereinbart sind und wann eine Kontrolle sinnvoll ist.
Ist Stoßwelle schmerzhaft? Welche Risiken gibt es?
Die Behandlung kann unangenehm oder schmerzhaft sein. Vorübergehende Rötung, Schwellung und Blutergüsse sind möglich. Sehnenschäden wurden ebenfalls beschrieben. Ob die Anwendung vertretbar ist, hängt unter anderem von Zielregion, Energie und individuellen Risiken ab.[1, 3]
Informieren Sie mich vor Beginn über Ihre Medikamente, Gerinnungsprobleme, Schwangerschaft und vorausgegangene Injektionen. Setzen Sie Medikamente bitte nicht eigenständig ab. Diese Angaben gehören zur ärztlichen Entscheidung über eine Behandlung.
Was kostet fokussierte Stoßwelle in Wien-Simmering?
Das vereinbarte Paket in meiner Wahlarztordination umfasst drei Einheiten fokussierte Stoßwellentherapie inklusive Erst- und Folgebegutachtung für insgesamt 340 €.
Ob dieses Vorgehen für Sie geeignet ist, wird vor Beginn geklärt. Falls ein anderer Leistungsumfang erforderlich ist, besprechen wir die Kosten vorab. Sie bezahlen das Honorar zunächst selbst; eine Kostenübernahme oder Rückerstattung durch Ihre Versicherung wird nicht zugesichert.
Die vollständige Leistungsbeschreibung finden Sie unter Stoßwellentherapie: Ablauf und Kosten.
Häufige Fragen
Wird dabei ein Fersensporn zertrümmert?
Bei Fersenbeschwerden geht es um die Behandlung einer passend diagnostizierten Beschwerde und die Verbesserung von Schmerz und Funktion. Ein knöcherner Sporn allein beantwortet nicht, ob Stoßwelle für Sie sinnvoll ist. Die Behandlung wird nicht als „Spornzertrümmerung“ geplant.[1, 2]
Braucht jeder drei Sitzungen?
Die drei Einheiten beschreiben das angebotene Paket meiner Ordination. Sie sind keine universelle Regel für jede Erkrankung. Die ärztliche Einordnung bestimmt, ob dieser Umfang für Sie sinnvoll erscheint.
Kann ich danach sofort wieder voll trainieren?
Die Belastung wird individuell besprochen. Orientieren Sie sich an den vereinbarten Empfehlungen für Ihre Beschwerden und Ihr Training. Eine Behandlungssitzung ist keine pauschale Freigabe für jede Belastung.
Ist Stoßwelle für jeden länger bestehenden Schmerz geeignet?
Nein. Die Ursache und die bisherigen Maßnahmen müssen zur Behandlungsentscheidung passen. Eine Untersuchung ist der erste Schritt, wenn die Diagnose unklar ist.
Ärztliche Abklärung vereinbaren
Sie möchten wissen, ob fokussierte Stoßwelle für Ihre Beschwerden infrage kommt? Vereinbaren Sie einen Termin zur ärztlichen Abklärung in meiner Ordination in Wien-Simmering.
Wahlarztordination · Stoßwellenpaket: 340 € für drei Einheiten inklusive Erst- und Folgebegutachtung. Die Eignung und der vereinbarte Leistungsumfang werden vor Beginn besprochen.
Termin online vereinbarenQuellen
- [1] ISMST / DIGEST: Leitlinien zur extrakorporalen Stoßwellentherapie, verabschiedet 2023, PDF 2024.
- [2] Vereniging voor Sportgeneeskunde: Fasciopathie plantaris – Shockwave therapie, 17. Februar 2026.
- [3] Gollwitzer et al.: Fokussierte ESWT bei chronischer Plantarfasziitis, randomisierte kontrollierte Studie, JBJS 2015.
- [4] Rhim et al.: Internationale Expertenempfehlungen zu ESWT in der Sportmedizin, BJSM 2025.
- [5] Alsulaimani et al.: Radiale Stoßwelle bei insertionaler Achillessehnen-Tendinopathie, randomisierte kontrollierte Studie, Clinical Rehabilitation 2025.
Stand: 6. Oktober 2026.