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Kniebeschwerden · Recovery Hub

Knie geschwollen: Wann eine Kniepunktion sinnvoll ist

Von Dr. Patrik Shnawa, Facharzt für Orthopädie und Traumatologie · 6. Oktober 2026

Das Knie spannt, lässt sich schlechter beugen und wirkt dicker als sonst: Ein Knieerguss kann Beschwerden verursachen und Bewegung erschweren. Dabei hat sich zusätzliche Flüssigkeit im Gelenk gesammelt. Eine Punktion kann helfen, die Ursache einzugrenzen oder das Gelenk zu entlasten. Sie ist aber nicht bei jeder Schwellung erforderlich und behandelt die zugrunde liegende Erkrankung nicht automatisch.

Knieerguss – wenn sich Flüssigkeit im Knie sammelt. Titelbild mit Dr. Patrik Shnawa und Spritzen.

Wann Sie dringend medizinische Hilfe brauchen

Ein neu aufgetretenes heißes, stark schmerzendes oder gerötetes Knie muss dringend ärztlich beurteilt werden, besonders bei Fieber oder ausgeprägtem Krankheitsgefühl. Auch ohne Fieber ist eine Gelenkinfektion möglich. Bei diesem Verdacht bitte noch am selben Tag akut abklären lassen und nicht auf einen regulären Ordinationstermin warten. Eine schwere Verletzung mit fehlender Belastbarkeit gehört ebenfalls akut untersucht. Bei Unsicherheit in Österreich: 1450; bei schwerer Akutsituation: 144 oder 112.[1]

Wozu dient eine Kniepunktion?

Bei einer Punktion wird mit einer Nadel Flüssigkeit aus dem Gelenk entnommen. Dafür gibt es zwei wesentliche Gründe.

Die Ursache klären: Bei einem ungeklärten Erguss kann die Flüssigkeit diagnostisch wichtig sein. Je nach Fragestellung wird sie auf Entzündungszellen, Bakterien oder Kristalle untersucht. Kristalle schließen eine zusätzliche Infektion nicht sicher aus.[1]

Druck und Beschwerden lindern: Bei einem größeren, schmerzhaften Erguss kann das Absaugen die Beweglichkeit vorübergehend verbessern und das Spannungsgefühl reduzieren. Eine randomisierte Studie zeigte eine kurzfristige Erleichterung; die Flüssigkeit konnte sich jedoch wieder ansammeln. Die Punktion ersetzt deshalb keine Behandlung der Ursache.[3]

Muss jedes geschwollene Knie punktiert werden?

Nein. Entscheidend sind der Verlauf, die Untersuchung und die Frage, ob die Flüssigkeitsentnahme die Diagnose oder Behandlung verändert. Nicht jede Schwellung liegt im Gelenk; eine Punktion ist deshalb keine automatische Behandlung.

Für das Gespräch sind diese Angaben hilfreich: Seit wann ist das Knie dicker? Gab es eine Verletzung oder ungewohnte Belastung? Ist die Schwellung erstmals aufgetreten oder kommt sie wieder? Bestehen Überwärmung, Schmerzen in Ruhe oder Beschwerden an weiteren Gelenken?

Den Rahmen einer persönlichen Untersuchung finden Sie unter Abklärung von Kniebeschwerden in Wien. Bei gesicherter Arthrose richtet sich die weitere konservative Kniearthrosebehandlung nach Beschwerden, Funktion und Befund. Zusätzliche Untersuchungen oder Bildgebung werden bei Bedarf veranlasst.

Vereinfachte Darstellung eines Knieergusses mit vermehrter Flüssigkeit innerhalb der Gelenkkapsel; Überblick über Beschwerden, mögliche Ursachen, Abklärung und Warnzeichen.
Anatomisch vereinfachte Darstellung eines Knieergusses: Vermehrte Flüssigkeit im Gelenk kann Schwellung, Spannungsgefühl und eingeschränkte Beweglichkeit verursachen. Bei Bedarf wird weiterführende Bildgebung extern veranlasst. Grafik vergrößern – Knieerguss-Grafik in voller Größe öffnen

Wie läuft eine Kniepunktion ab?

Vor dem Eingriff werden Ziel, Alternativen und mögliche Risiken besprochen. Dabei sollte klar sein, ob die Punktion der Diagnostik, der Entlastung oder beidem dient.

Zur Vorbereitung gehört die sorgfältige Hautdesinfektion. Anschließend wird eine Nadel in das Gelenk eingeführt und Flüssigkeit mit einer Spritze entnommen. Bei diagnostischer Fragestellung wird die Probe für die entsprechenden Laboruntersuchungen vorbereitet. Hygienisches Arbeiten ist wesentlich.[1]

Der Nadelstich und das Absaugen können unangenehm sein. Möglichkeiten zur Schmerzlinderung werden individuell besprochen. Zu den möglichen Risiken gehören Schmerzen, Blutung und Infektion. Die Entscheidung beruht deshalb auf einer nachvollziehbaren medizinischen Indikation.[2]

Was ist vor dem Termin wichtig?

Bringen Sie vorhandene Befunde und eine aktuelle Medikamentenliste mit. Erwähnen Sie insbesondere Medikamente, die die Blutgerinnung beeinflussen, bekannte Blutungsprobleme und frühere Reaktionen nach Gelenkeingriffen. Setzen Sie blutverdünnende Medikamente nicht eigenständig ab; das Vorgehen wird individuell ärztlich abgestimmt.

Bedeutet eine Punktion gleichzeitig eine Spritze ins Knie?

Nein. Flüssigkeit abzusaugen und ein Medikament zu injizieren sind unterschiedliche Entscheidungen. Bei einer neuen oder ungeklärten Knieschwellung sollte eine Kortisoninjektion erst erfolgen, wenn eine passende Diagnose gestellt und Gegenanzeigen ausgeschlossen wurden.[2]

Auch Hyaluronsäure ist keine automatische Folge einer Punktion. Ob sie erwogen werden kann, hängt von der Diagnose und den realistischen Erwartungen ab. Mehr dazu unter Hyaluronsäure am Knie: Eignung, Grenzen und Kosten.

Was passiert nach der Punktion?

Sie erhalten eine individuelle Empfehlung zu Belastung, Bewegung und Kontrolle. Falls zusätzlich eine Gelenkinjektion durchgeführt wurde, empfiehlt EULAR, das Gelenk in den ersten 24 Stunden nicht zu überlasten; eine routinemäßige vollständige Ruhigstellung wird nicht empfohlen. Diese Empfehlung bezieht sich auf Gelenkinjektionen.[2]

Nehmen Schmerzen, Überwärmung oder Schwellung nach dem Eingriff deutlich zu oder tritt Fieber auf, brauchen Sie umgehend eine ärztliche Beurteilung. Kommt der Erguss wieder, sollte die Ursache überprüft werden.[1] [3]

Kniebeschwerden in Wien-Simmering abklären lassen

Bei anhaltender oder wiederkehrender Schwellung ohne akute Warnzeichen können Sie einen Termin zur persönlichen Knieabklärung vereinbaren. Bringen Sie vorhandene Befunde mit; eine Punktion wird nicht allein aufgrund einer Onlinebeschreibung zugesagt.

Die Ordination ist eine Wahlarztordination. Sie bezahlen das Honorar zunächst selbst. Eine reguläre Erstordination kostet 140 Euro. Mögliche Zusatzleistungen und deren Kosten werden vorab besprochen. Details unter Honorare und Rückerstattung.

Termin zur Knieabklärung vereinbaren

Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine persönliche ärztliche Untersuchung.

Quellen

  1. [1] Ravn et al. (2023): Guideline for management of septic arthritis in native joints (SANJO).
  2. [2] Uson et al. (2021): EULAR recommendations for intra-articular therapies.
  3. [3] Paschos et al. (2014): Effectiveness of aspiration in knee joint effusion management: a prospective randomized controlled study.